
Kopf
MRT Innenohr / Kleinhirnbrückenwinkel
Einseitige Hörstörung? Die MRT Innenohr (Kernspintomographie Felsenbein und Kleinhirnbrückenwinkel) zeigt Hör- und Gleichgewichtsnerv in feinen Schichten – vor allem, um einen Tumor auszuschließen.
oben- In der Röhre
- 20–30
- Befund
- 1–3
Für wen
obenFür Menschen mit einseitiger Hörminderung, einseitigem Ohrgeräusch, Schwindel oder Gesichtsnervenlähmung, bei denen der Hörnerv, das Innenohr oder der Kleinhirnbrückenwinkel untersucht werden soll – MRT Innenohr in Frankfurt auf HNO-ärztliche oder neurologische Überweisung.
Wann
- Einseitige Innenohrschwerhörigkeit oder Hörsturz, der sich nicht erholt hat, mit Frage nach gutartigem Tumor des Gleichgewichtsnervs (Vestibularisschwannom, „Akustikusneurinom“)
- Einseitiger, anhaltender Tinnitus mit auffälligem Hörtest
- Wiederkehrender Schwindel mit Hörstörung (z.B. Verdacht auf Morbus Menière) oder anhaltender Gleichgewichtsstörung unklarer Ursache
- Gesichtsnervenlähmung (Fazialisparese) mit atypischem Verlauf, Gesichtsschmerz oder Verdacht auf Gefäß-Nerven-Kontakt (z.B. Trigeminusneuralgie)
- Verlaufskontrolle eines bekannten Vestibularisschwannoms oder Abklärung eines Cholesteatom-Rezidivs nach Mittelohroperation
Wann nicht
- Plötzlicher Drehschwindel mit Doppelbildern, Sprech- oder Schluckstörung oder Lähmung: Verdacht auf Schlaganfall, Notruf 112
- Fragen nach den knöchernen Strukturen des Felsenbeins (z.B. Otosklerose, Gehörknöchelchen, Bruch): hier ist die CT bzw. DVT das passendere Verfahren
- Nicht MRT-fähiges Implantat; Cochlea-Implantate sind nur unter Herstellerauflagen und mit eingeschränkter Bildqualität untersuchbar
Was die Bilder beantworten
oben- Hochauflösende 3D-T2-Sequenz: Hör- und Gleichgewichtsnerv, Flüssigkeit in Schnecke und Bogengängen, Gefäßschlingen
- T1 nach Kontrastmittel mit dünnen Schichten: kleine Tumoren im inneren Gehörgang, Entzündung des Nervs
- Diffusionswichtung in Spezialtechnik (non-EPI-DWI) bei Frage nach Cholesteatom
- Übersichtssequenzen des Gehirns, insbesondere von Hirnstamm und Kleinhirn
Ablauf
obenAnkommen
Anmeldung, betroffene Seite, Hörtest-Ergebnisse, Ohroperationen.
Aufklärung
Lärmschutz ist wichtig; Kopfhörer bzw. Ohrstöpsel werden gestellt. Kontrastmittel ist bei Tumorfrage üblich.
Lagerung
Rückenlage, Kopfspule, Kopf gut fixiert, da schon kleine Bewegungen die dünnen Schichten stören.
Untersuchung
Üblich sind etwa 20–30 Minuten.
Gespräch
Die Untersuchungsergebnisse werden Ihnen im Anschluss anhand der Bilder erläutert.
Schriftlicher Befund
Schriftlicher Befund nach in der Regel 1–3 Tagen.
Aufenthalt in der Praxis
Circa 45 Minuten bis 1 Stunde.
Vorbereitung
oben- Keine Nüchternpflicht
- Hörgeräte vor der Untersuchung herausnehmen
- Herausnehmbaren Zahnersatz mit Metall ablegen
Befund
obenInnerer Gehörgang und Kleinhirnbrückenwinkel beidseits, Hör-, Gleichgewichts- und Gesichtsnerv, Schnecke und Bogengänge, Tumorgröße mit Bezug zum Hirnstamm, Gefäß-Nerven-Kontakte, Mittelohr bei entsprechender Frage.
Befundung durch Dr. Christopher Behrens oder Dr. Manuel Schloß.
Grenze
oben- Bei den meisten Menschen mit Hörsturz oder Tinnitus findet sich in der MRT kein Tumor; die Untersuchung dient vor allem dem sicheren Ausschluss.
- Ein Gefäß-Nerven-Kontakt ist auch bei Beschwerdefreien häufig; seine Bedeutung ergibt sich nur zusammen mit den Symptomen.
Quellen
- LeitlinieGoldbrunner R et al., EANO. EANO guideline on the diagnosis and treatment of vestibular schwannoma. Neuro-Oncology 2020;22:31-45. 2020.
- LeitlinieSharma A et al., ACR. ACR Appropriateness Criteria Hearing Loss and/or Vertigo. J Am Coll Radiol 2018;15:S321-S331. 2018.
Fragen
oben- Wie lange dauert es?
- Üblich sind 20–30 Minuten.
- Wann kommt der Befund?
- Der vollständige schriftliche Befund liegt in der Regel nach 1–3 Werktagen vor.
Termin
obenWas mitbringen
- Hörtest (Audiogramm)
- HNO-ärztliche Befunde
- Implantatausweis
- Vorbilder bei Verlaufskontrolle
Für Zuweiser
Benötigte Angaben
- Seite und Art der Beschwerden (Hörminderung, Tinnitus, Schwindel)
- Audiometrie- und Gleichgewichtsbefunde
- Ohroperationen, Cochlea-Implantat
- Bekanntes Schwannom mit letzter Größe